St.-Marien-Kirche zu Rostock - "Die astronomische Uhr"

Nach einer älteren, 1379 von Nicolaus Lilienfeld erbauten Uhr, schuf Hans Düringer 1472 diese Uhr. Eine Schwesternuhr steht in der St. Marienkirche zu Danzig. 1641 / 42 wurde sie durch Lorenz Borchardt mit dem Renaissance-Rahmen versehen, mit einem Glockenspiel und dem jetzt noch vorhandenen "Apostelumgang" ausgestattet. 1710 wurde die ursprüngliche Spindel-Waag_Hemmung durch die "moderne" Pendel-Haken-Hemmung ersetzt. 1974 / 77 wurde die Uhr durch Wolfgang Gummelt, Berlin, gründlich restauriert und ist heute die älteste historische Uhr der Welt, die mit ihrem alten Werk zuverlässig geht.

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Ein Stück Geschichte der Sankt-Marien-Kirche

Die St.-Marien-Kirche wurde beim Aufbau der mittelalterlichen Rostocker Mittelstadt nordwestlich des neu angelegten Neuen Marktes erbaut. Bauherren waren die Bürger. Der erste Bau war eine Hallenkirche aus roten Backsteinen. Die drei Turmhallen des heutigen Westturms sind noch aus dieser Zeit. Als zeitzeuge gibt es eine Urkunde von 1232, in der ein Prediger von St. Marien als Zeuge festgehalten ist. Nachdem 1265 St. Marien zur Hauptkirche der sich aus vier Siedlungskernen entwickelnden Hansestadt wurde, erhielt die Hallenkirche um 1290 im Osten einen neuen Chor und einen Kapellenkranz aus fünf Kapellen. Baustoff waren rötliche Backsteine. Um 1398 oder auch schon früher begann der Rat der Hansestadt Rostock die Hallenkirche in eine dreischiffige Basilika mit Einsatzkapellen und großem Querhaus und zwei Westtürmen umzuwandeln. Diesen Bau erkennt man an den Wechselschichten aus grünlich/bräunlich glasierten und unglasierten Backsteinen im Außenmauerwerk. Die horizontal gestreifte Maueroberfläche kennzeichnet Sankt Marien und unterscheidet sich so von den anderen Kirchen Rostocks. Die Gewölbe des Querhauses und des Mittelschiffes sind ca. 32 Meter hoch, die der Seitenschiffe und Einsatzkapellen ca. 15 Meter. An der Stelle, wo sich das Hochschiff und das Querhaus treffen, entstand das Vierungsgewölbe. Es wird durch vier mächtige achteckige Mauerwerkspfeiler getragen. Die westliche Doppelturmanlage konnte wegen des Versagens der Fundamente nicht vollendet werden. 1796 erhielt der Turm von Sankt Marien das heute noch vorhandene barocke Zeltdach. In mehreren Bauphasen errichtet ist St. Marien durch Größe und Schlichtheit ein beeindruckendes Bauwerk der Backsteingotik.

Die Marienkirche - Blickfang in der Hansestadt Rostock

Sankt Marien stand als Hauptpfarrkirche immer im Mittelpunkt der Rostocker Entwicklung. 1419 wurde in Sankt Marien die Rostocker Universität gegründet und sie blieb auch Universitätskirche bis zum 19. Jahrhundert. Die Universitätskirche war Ort von Pilgerreisen und Kirche der Reformation. Bis 1945 war Sankt-Marien-Kirche RatsKirche. Davon zeugen noch die barocken Ratsgestühle im Westen.Im Herbst 1989, wie in Leipzig, versammelten sich Tausende Rostocker an den Donnerstagen, um für die Erneuerung der Gesellschaft zu beten. Heute finden Taufen, Hochzeiten, Gemeindegottesdienste, Orgelkonzerte, große Kirchenmusiken und Ausstellungen in Mecklenburgs größtem Kirchbau statt. Zu den Mittagsgebeten im Sommer kommen bis zu 15.000 Teilnehmer und etwa 150.000 Touristen besuchen jährlich die Kirche. Attraktion ist die älteste noch gängige Uhr der Welt seiner Art. Während in den Bombennächten des Zweiten Weltkrieges die anderen mittelalterlichen Rostocker Kirchen stark zerstört wurden und fast alle Ausstattungen verbrannten, konnte Sankt Marien durch das Eingreifen des Turmdieners Friedrich Bombowski und anderer Rostocker vor dem Feuersturm gerettet werden. Nur so haben sich viele alte und einzigartige Kunstwerke in Sankt Marien erhalten können. Allerdings erlitt das große Kirchengebäude Kriegsschäden. Sankt Marien überdauerte den Krieg. Heute jedoch wird die Kirche durch den baulichen Verfall bedroht. Die letzten durchgreifenden Reparaturen erfolgten 1901/02. Die Bundesregierung, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Hansestadt Rostock, die Deutsche Stiftung Denkmalsschutz, der Förderverein "Stiftung St.-Marien-Kirche zu Rostock e.V." und private Spender unterstützen die Evangelisch-Lutherische Innenstadtgemeinde Rostocks um Sankt Marien zu retten. Es müssen Kriegsschäden und baulicher Verschleiß repariert werden, um den Verfall zu stoppen. Im Mittelpunkt stehen die riesigen Dachflächen, die Dachstühle und die statische Sicherung der Gewölbe. An die reparatur des Turmes, dessen Schäden jeder sehen kann, ist noch nicht zu denken. Seit 2003 besteht Einsturzgefahr des gewaltigen Südportalfensters über dem Haupteingang. Sehr viel wurde bereits geschaffen, den Helfern und Spendern danken die Kirchengemeinde von ganzem Herzen. Sehr viel bleibt aber noch zu tun, damit die schöne Rostocker Kirche wieder erstrahlt.

Spenden richten Sie bitte an :: Pastor Tilman Jeremias

Bei der Marienkirche 2

Sprechzeit: Mo und Fr 9-11 Uhr im Gemeindebüro

Rostock, Am Ziegenmarkt

Telefon: 0381 4 497 38 50 Büro und 0381 375 99 44 privat