Das Kurhaus Warnemünde ist ein Restaurant- und Cafégebäude im Stil des Neuen Bauens, einer Stilrichtung der Neuen Sachlichkeit mit Saal und Kurhausgarten für Veranstaltungen und Casinobetrieb im Ostseebad Warnemünde in der Hansestadt Rostock. Es wurde am 24. Mai 1928 eröffnet. Die Planungsarbeiten begannen bereits 1906.
Bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es, bedingt durch den stark florierenden Bädertourismus an der Ostsee um Warnemünde, die Idee, ein repräsentatives Kurhaus zu errichten. Der ehemalige Fischerort Warnemünde hatte sich im 19. Jahrhunderts zu einem mondänen Bade- und Kurort entwickelt, nachdem in Heiligendamm 1793 das erste deutsche Seebad eröffnet wurde. Die Zahl der Badetouristen stieg mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie bis Warnemünde sprunghaft an.
An vielen Orten kam es zu Neubauten und Erweiterungen bestehender Kuranlagen. Um das gesellschaftliche Leben in Warnemünde zu beleben, wurde durch eine in den 1890er Jahren gebildete Kommission ein Kurhaus als Mittelpunkt gefordert. Dieses sollte für Theateraufführungen, Konzerte und Bälle geeignet sein. Die erste bekannte Skizze ist aus dem Jahr 1898 vom damaligen Stadtbaudirektor Dehn. Um mit anderen Seebädern konkurrieren zu können, bewilligten die Stadtväter schließlich die erforderlichen finanziellen Mittel und im 1906 erstellten Bebauungsplan für den Ort Warnemünde hatte der damalige Stadtbaumeister Rostocks, der Architekt Paul Ehmig, schon den Standort für ein Kurhaus festgelegt, an dem es später gebaut wurde.1909 wurde ein deutschlandweiter Ideenwettbewerb gestartet, der bereits sehr detaillierte Angaben zu den geforderten Räumen im Haus sowie zum Preis enthielt. Die Bausumme wurde auf 550.000 Mark festgelegt. Grundsätze zur Architektur wurden folgendermaßen definiert: "Für die Architektur wird vornehme Einfachheit und Vermeidung von unnötigem Luxus gewünscht, die Wahl der Bauform aber den Bearbeitern überlassen. Es ist ein schlichter Putzbau vorzusehen und die Gesamtwirkung durch Silhouette zu erzielen." Von den eingereichten 52 Entwürfen wurden die von Wilhelm Kamper, Paul Korff sowie Ernst Müller und Richard Brodersen prämiert, zwei weitere angekauft. Da die Gelder für den Bau erst für 1914 bereitstanden, hatte in der Zwischenzeit der dann zuständige Stadtbaudirektor Gustav Wilhelm Berringer bis zum 1. März 1914 einen eigenen Entwurf erarbeitet. Dieser sah Gebäude mit hohen Walmdächern vor, aber auch einige der Ideen des Wettbewerbs wurden aufgegriffen, wie die halbrunden Vorbauten Korffs oder den H-förmigen Grundriss von Müller und Brodersen.
Im April 1914 wurde mit dem Bau begonnen. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs im August 1914 konnten die Fundamente und das Erdgeschoss fertiggestellt werden. Danach wurde ein Baustopp verhängt, da für solche Bauten wegen des Krieges alle Mittel und Materialien gesperrt wurden. Die Situation änderte sich auch nicht nach Ende des Krieges, so dass erst 1920 ein Weiterbau angegangen wurde. Um Geld für eine Refinanzierung des Baus einzunehmen, war der Betrieb einer Spielbank vorgesehen, was aber an der Ablehnung einer Konzession durch die Landesregierung scheiterte. Zuerst wurde 1922 der Kurhausgarten nach Plänen des Stadtgartendirketors Schomburg angelegt und der Musikpavillon, die Wandelhalle und die Lesehalle errichtet. Die Bauarbeiten am Kurhaus begannen erst 1926. Auf den vorhandenen Fundamenten plante Berringer neu, um die Baukosten zu senken und dem geänderten Zeitgeschmack Rechnung zu tragen.
Berringer war jetzt vom Bauhausstil und der niederländischen Architektengruppe De Stijl beeinflusst. Erhebliche Änderungen wurden gegenüber den ersten Planungen, die noch eine Anlehnung an barocke Schlossanlagen darstellte, durch den Verzicht auf Walmdächer und historisierenden Baudekor, sowie bei der Bühnenanlage vorgenommen. Klare geometrische Formen sollten dominieren. Der H-förmige Grundriss blieb aber bestehen. Die offenen Seiten zeigen nach Norden zur Ostsee und nach Süden zum Kurhausgarten. Vorgelagert zu beiden Seiten wurden Terrassen. Der Haupteingang mit Foyer erfolgte von der Kurhausstraße im Westen. Innen befindet sich der große Kursaal mit Empore und östlich davon gab es einen kleinen Saal für Vereins- und Familienfeiern. An den Kursaal schlossen sich südlich die Gartenterrassen an. Zur Seeseite befand sich das Tagesrestaurant, alle Wirtschaftsräume und ein Weinlokal befanden sich im Keller. Der Bau erfolgte in Ziegelbauweise mit Stahlbetondecken und Terranovaputz. Die horizontale Wirkung der Architektur wird durch den breitgelagerten Mittelbau und den flachen Dachabschluss hervorgerufen. Unterstrichen wird diese durch Klinkerbänder am Sockel, den Terrassenbrüstungen und als Eckbetonung des oberen, herausragenden Teils des Kursaals, sowie die Fenster- und Türgestaltung, die ebenfalls ausschließlich horizontale Bänder aufweist. Berringer selbst beschreibt die architektonische Wirkung des Baus: "Die Horizontale, die damit auch im oberen Abschluß des ganzen Gebäudes zum Ausdruck kommt, kehrt wieder in dem gleich behandelten Aufbau der dem Saalbau vorgelagerten Tagesrestauration und der Terrassen, die beide den Übergang bilden zu dem durch Strand, Düne und Promenade stark betonten Horizontalismus der Landschaft." Die Innenarchitektur stammte von Walter Butzek, einige Wandmalereien, so im Kleinen Saal, schuf die Bauhausschülerin Dörte Helm.